Die Flumroc AG mit Sitz in Flums produziert Steinwolle-Dämmsysteme aus Schweizer Gestein. Das Unternehmen setzt vorwiegend Gesteinsmaterial aus dem Kanton Graubünden ein und positioniert sich damit als regionaler Anbieter von nichtbrennbaren Dämmstoffen für Neubau, Sanierung und Umbau. Das Produktspektrum deckt Anwendungen in Aussenwänden, Steildächern, Flachdächern, Böden, Decken, Trennwänden sowie Akustik- und Brandschutzbereichen ab. Das Material lässt sich vollständig recyceln und wird neben dem Baubereich auch in der technischen Dämmung für Haustechnik und Industrieanlagen eingesetzt.

Produktpalette für Gebäudehülle und technische Dämmung

Flumroc bietet eine breite Palette an Steinwolle-Dämmplatten für unterschiedliche Einbausituationen. Die Universaldämmplatte „Flumroc-Dämmplatte 1" eignet sich sowohl für Ausfachungen im Holzbau als auch für Kerndämmungen in Zweischalenmauerwerken. Für den konstruktiven Holzbau gibt es die elastische „Dämmplatte SOLO" mit spezieller Knautschzone entlang der Längsseite, die für Zwischenmasse von 460 bis 700 mm ausgelegt ist. Die kompakte „Dämmplatte 3" dient dem universellen Einsatz im Innenausbau und Außenbereich, von der Zusatzdämmung in Wänden, Dächern und Böden bis zu Anwendungen im Akustikbereich.

Für hinterlüftete Fassaden und Kerndämmungen in Zweischalen-Sichtmauerwerken bietet Flumroc zweischichtige Dämmplatten mit elastischer Innen- und härterer Außenschicht an. Die „Dämmplatte DUO" und die „Dämmplatte DUO D20" mit Einschnitten im Abstand von 200 mm sind für Montagesysteme mit Distanzschrauben und Aluwinkelprofilen konzipiert. Die „Dämmplatte DUO C" verfügt zusätzlich über eine längsseitige Nut, die den Einbau vereinfacht.

  • „Dämmplatte ECCO" – homogene Platte für Lärmschutzwände und Schallabsorption
  • „Estrichbodenelement ESTRA" – Verbund aus Dämmplatte und 16 mm genuteter Holzspanplatte für begehbare Dachboden-Estriche
  • „Dämmplatte TOPA" – mit weißem Glasvlies-Sichtoberfläche für Keller-, Hallen- und Tiefgaragendecken
  • „Dämmplatte PARA" – zweischichtige Platte für Steildachdämmung über den Sparren und Estrichbodendämmung unter Verlegeplatten

Steinwolle als nichtbrennbarer Baustoff für Brandschutz und Schallschutz

Steinwolle zählt zu den nichtbrennbaren Mineralwollen und wird im vorbeugenden Brandschutz eingesetzt. Die Dämmplatten von Flumroc erfüllen Anforderungen an hinterlüftete Fassaden, verputzte Außenwärmedämmungen und Zweischalenmauerwerke im Massiv-, Holz- oder Stahlbau. Neben der Wärmedämmung übernehmen sie Schallschutzfunktionen in Wohnbauten, Gewerbebauten und öffentlichen Gebäuden. Das Unternehmen verweist auf die heutigen Vorschriften bezüglich Sicherheit und Energieeffizienz, die eine hohe Qualität der verwendeten Baustoffe erfordern.

Regionale Rohstoffbasis und Recyclingfähigkeit

Für die Herstellung von Flumroc-Steinwolle verwendet das Unternehmen vorwiegend Gestein aus dem Kanton Graubünden. Das Material ist ein Naturprodukt und kann nach Unternehmensangaben zu 100 % recycelt werden. Diese vollständige Recyclingfähigkeit unterscheidet Steinwolle von anderen Dämmstoffen wie EPS oder XPS, die auf petrochemischer Basis hergestellt werden und deutlich höhere Verwertungshürden aufweisen.

Die Produktion erfolgt unter Nutzung von Wasserkraft, was den CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu fossil betriebenen Schmelzprozessen reduziert. Flumroc kommuniziert ein Stromsparpotenzial und ökologische Werte, ohne jedoch konkrete Kennzahlen zu Energieverbrauch oder Emissionen je Tonne Steinwolle zu veröffentlichen. Die regionale Rohstoffherkunft begrenzt Transportwege, was für Projekte mit strengen EPD-Anforderungen oder Zertifizierungen nach DGNB relevant sein kann.

Cradle-to-Cradle-Ansatz und technische Dämmung

Flumroc verweist auf eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung und die Generation „FUTURO", ohne jedoch Zertifikatslevel oder konkrete Produktlinien zu spezifizieren. Der Cradle-to-Cradle-Ansatz setzt voraus, dass Materialien am Ende ihrer Nutzungsphase vollständig in biologische oder technische Kreisläufe zurückgeführt werden können. Bei Steinwolle ist die technische Wiederverwertung prinzipiell möglich, allerdings sind Rücknahme- und Recyclinginfrastrukturen in der Praxis noch wenig verbreitet. Die vollständige Kreislauffähigkeit hängt davon ab, ob Dämmstoffe sortenrein zurückgebaut und ohne Kontaminationen durch Klebstoffe, Beschichtungen oder Brandschutzmittel erfasst werden können.

Neben der Gebäudedämmung bietet Flumroc technische Dämmung für Haustechnik, Industrieanlagen und Offshore-Anwendungen an. Hier kommen ebenfalls nichtbrennbare Steinwoll-Dämmungen zum Einsatz, die hohe Temperaturen und aggressive Medien tolerieren. Die Produktpalette umfasst Rohrisolierungen, Dämmschalen für Armaturen und Brandschutzmatten für industrielle Prozessanlagen.

Marktposition und Wettbewerb im Schweizer Dämmstoffmarkt

Der Schweizer Dämmstoffmarkt wird von internationalen Herstellern wie ROCKWOOL, ISOVER (Saint-Gobain) und Knauf dominiert. Flumroc positioniert sich als regionales Unternehmen mit lokaler Rohstoffbasis und Produktionsstätte in Flums. Diese Regionalität kann für öffentliche Ausschreibungen mit Nachhaltigkeitskriterien oder Projekte mit strengen U-Wert- und Lambda-Wert-Anforderungen relevant sein, wenn kurze Lieferketten oder Schweizer Herkunftsnachweise gefordert werden.

Die technische Beratung, Berechnungen für Wärme- und Schallschutz sowie BIM-Daten und elektronische Produktdaten (eDOCU) gehören zum Service des Unternehmens. Flumroc stellt Leistungserklärungen (DoP), Zertifikate, Deklarationen und Datenblätter bereit, die für Planer und ausschreibende Stellen zur Nachweisführung nach Gebäudeenergiegesetzen und Bauprodukteverordnung erforderlich sind.

Für Architekten und Ingenieure, die Passivhaus- oder KfW-Effizienzhaus-Standard planen, ist die Kombination aus niedriger Wärmeleitfähigkeit, Nichtbrennbarkeit und Recyclingfähigkeit ein Argument für Steinwolle. Allerdings fehlen in den öffentlich verfügbaren Unterlagen konkrete Angaben zu CO₂-Emissionen je Funktionseinheit, die für eine vollständige Lebenszyklusanalyse nach EPD-Standard erforderlich wären. Eine transparente Offenlegung solcher Daten würde die Vergleichbarkeit mit anderen Dämmstoffen verbessern und die Nachhaltigkeitskommunikation glaubwürdiger machen.