SHEQ-Programme in der Kranindustrie: Einblicke von Wim Sarens
Wim Sarens, CEO des weltweit größten privaten Kranunternehmens, hat auf dem World Crane and Transport Summit 2025 in Dublin umfassende Einblicke in die erfolgreiche Implementierung von SHEQ-Programmen (Safety, Health, Environment, Quality) gegeben. Mit mehr als 6.000 Mitarbeitern aus über 80 Nationen beschäftigt sich Sarens täglich mit der Herausforderung, ein globales Sicherheitsmanagementsystem effektiv umzusetzen.
Die Komplexität globaler Sicherheitsprogramme
Die Implementierung eines umfassenden SHEQ-Programmes wird durch die internationale Ausrichtung moderner Kranunternehmen erheblich kompliziert. Unterschiedliche Kulturen, Sprachen und rechtliche Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Sarens betont, dass zentral koordinierte Sicherheitsstandards in diesem Kontext deutlich schwieriger zu etablieren sind als in national begrenzten Organisationen.
Trotz dieser Hürden hat Sarens beeindruckende Ergebnisse erzielt: Über 37 Jahre hinweg konnte die Quote der durch Unfälle bedingten Ausfallzeiten um 99,8 Prozent auf 0,3 reduziert werden. Diese Statistik verdeutlicht, dass ambitionierte Sicherheitsziele auch unter schwierigen Bedingungen erreichbar sind.
Das Ziel: Zero Accidents
Sarens verfolgt das Ziel der vollständigen Unfallfreiheit. In seiner Keynote am WCTS betont er, dass dies „eine lange Reise mit vielen Lernmöglichkeiten" ist. Als ehemaliger Managementberater bei McKinsey & Company bringt Sarens eine strukturierte Herangehensweise an organisatorische Verbesserungen mit.
Grundlage seiner Philosophie ist ein Zitat des Schweizer Psychologen Carl Jung: „Wer nach außen schaut, träumt; wer nach innen blickt, wacht auf." Diese Maxime spiegelt sich in Sarens' Ansatz wider: Um Sicherheit zu verbessern, müssen Unternehmen zunächst ihre eigenen Prozesse kritisch analysieren, statt sich auf externe Vorbilder zu verlassen.
Interne Analyse als Fundament
Der Schlüssel zu effektiven SHEQ-Programmen liegt in der ehrlichen Selbstbewertung. Sarens unterstreicht, dass jede Organisation selbst verantwortlich ist für ihre Sicherheitskultur – externe Standards können nur Orientierungspunkte bieten. Dies erfordert:
- Systematische Analyse aller unternehmensinternen Prozesse und Abläufe
- Transparente Erfassung von Sicherheitsvorfällen und Beinaheunfällen
- Kontinuierliche Schulung und Sensibilisierung aller Mitarbeiter
- Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Sicherheitsrichtlinien
Relevanz für andere Unternehmen der Branche
Die Erkenntnisse von Sarens sind nicht nur für große, internationale Konzerne relevant. Auch spezialisierte Kranunternehmen wie Spierings Mobile Cranes können von diesem strukturierten Ansatz profitieren. Die Prinzipien eines robusten SHEQ-Programms – kombiniert mit digitalen Lösungen für Telemetrie und Überwachung – ermöglichen es Unternehmen jeder Größe, ihre Sicherheitsstandards kontinuierlich zu verbessern.
In einer Branche, die zunehmend komplexere und anspruchsvollere Projekte ausführt, ist die Prävention von Unfällen nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch ein wirtschaftlicher Faktor. Unternehmen mit nachweislich hohen Sicherheitsstandards sind bei Ausschreibungen und für internationale Projekte bevorzugt.
Fazit: Sicherheit als Wettbewerbsvorteil
Wim Sarens' Erfahrungen zeigen, dass SHEQ-Programme nur erfolgreich sind, wenn sie als integrale Bestandteile der Unternehmenskultur verankert werden. Die beeindruckenden Ergebnisse bei Sarens sind das Resultat jahrzehntelanger, konsistenter Arbeit an Sicherheitsstandards, nicht das Ergebnis einzelner Initiativen. Für alle Unternehmen in der Kranindustrie gilt: Investitionen in umfassende Sicherheitsprogramme zahlen sich durch reduzierte Unfallquoten, höhere Mitarbeiterzufriedenheit und gestiegene Wettbewerbsfähigkeit aus.
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