Der Augsburger Bauchemiehersteller PCI Augsburg hat sein Sortiment im Bereich Bodenausgleichsmassen überarbeitet. Das Portfolio richtet sich gezielt an Parkettleger, Bodenleger und Fliesenleger, die im Neubau wie im Bestand unebene Untergründe ausgleichen und für sensible Beläge wie Parkett, Designboden oder Fliesen vorbereiten müssen. Die Frage für Sie in der Praxis: Was bedeuten neue Formulierungen für Verarbeitungszeit, Untergrundvorbereitung und Materialverbrauch?
Welche Produkte umfasst das aktualisierte Sortiment?
Das Portfolio von PCI deckt unterschiedliche Anwendungsbereiche ab – von schnell erhärtenden Ausgleichsmassen für Zeitdruck-Projekte bis zu flexiblen Lösungen für kritische Untergründe wie Holzbalkendecken oder Fußbodenheizung. Die Produktaktualisierung zielt darauf, dass Sie je nach Belagsart, Schichtdicke und Trocknungszeit das passende Material auswählen können.
Typische Einsatzbereiche sind Renovierungsprojekte, bei denen Sie alte Estriche nivellieren, Altbeläge entfernt haben und nun für neue Oberflächen vorbereiten. Ebenso gehören Neubauten dazu, wo Heizestriche zwar technisch tragfähig sind, aber optisch nicht die Toleranzen für Parkett oder großformatige Feinsteinzeug-Fliesen erfüllen.
Untergrundvorbereitung: Was muss vor dem Auftrag passieren?
Bevor Sie Ausgleichsmasse anmischen, prüfen Sie den Untergrund auf Tragfähigkeit, Sauberkeit und Feuchte. Lose Partikel, Staub oder Zementreste müssen Sie mechanisch entfernen – absaugen allein reicht nicht. Bei saugenden Untergründen wie altem Estrich oder Beton ist eine Grundierung Pflicht. Sie reduziert die Saugfähigkeit, verhindert Luftblasenbildung und sorgt für bessere Haftung.
Bei Holzuntergründen oder Trockenbauelementen achten Sie darauf, dass die Bodenausgleichsmasse für flexible Untergründe zugelassen ist. Hier können Spannungen auftreten, die spröde Massen zum Reißen bringen. Messen Sie die Restfeuchte im Untergrund: Liegt sie über 2 CM-%, verzögert sich die Trocknung der Ausgleichsmasse erheblich. Im schlimmsten Fall drohen Schimmelbildung oder Belagsschäden.
Verarbeitung: Worauf Sie bei Anmischen, Auftrag und Verdichtung achten sollten
Die richtige Wassermenge ist entscheidend. Halten Sie sich an die Herstellerangaben – zu viel Wasser verschlechtert die Festigkeit und verlängert die Trocknungszeit, zu wenig Wasser erschwert die Selbstverlaufung. Mischen Sie mit einem kraftvollen Rührwerk (mindestens 600 U/min) und lassen Sie die Masse kurz stehen, damit sich Luftblasen lösen können.
Beim Auftrag arbeiten Sie von der hinteren Raumecke zur Tür. Gießen Sie die Masse zügig aus und verteilen Sie sie mit einer Glättkelle oder Rakel. Für großflächige Projekte empfiehlt sich eine Stachelwalze, um eingeschlossene Luft zu entfernen und eine gleichmäßige Oberfläche zu erzeugen. Achten Sie auf die offene Zeit: Gerade schnell erhärtende Produkte lassen Ihnen nur wenige Minuten, um Unebenheiten auszugleichen.
- Schichtdicke: Beachten Sie die vom Hersteller angegebene Mindest- und Maximalschichtdicke. Bei zu dünnem Auftrag drohen Risse, bei zu dickem Auftrag verlängert sich die Trocknungszeit drastisch.
- Raumklima: Idealtemperatur liegt zwischen 15 und 25 °C. Darunter verzögert sich das Abbinden, darüber kann die Masse zu schnell anziehen und Risse bilden.
- Lüftung: Vermeiden Sie Zugluft während der Abbindephase, aber sorgen Sie für ausreichend Luftwechsel, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
Standzeiten und Belegbarkeit: Wann können Sie den Belag verlegen?
Die Belegbarkeit hängt von Produktformulierung, Schichtdicke und Raumklima ab. Schnellzement-basierte Ausgleichsmassen sind oft nach 3 bis 6 Stunden begehbar und nach 12 bis 24 Stunden belegbar. Für Parkett oder empfindliche Designböden müssen Sie jedoch die Restfeuchte messen: Viele Hersteller fordern maximal 2 CM-% für Holzbeläge, teilweise sogar 1,8 CM-%.
Bei dickeren Aufträgen oder kühlen Temperaturen verlängern sich die Standzeiten. Planen Sie Puffer ein, vor allem wenn Folgegewerke auf Sie warten. Ein CM-Gerät (Calciumcarbid-Methode) ist für Profis unverzichtbar – die Handprobe reicht nicht, um Feuchtigkeitsschäden auszuschließen.
Materialverbrauch und Wirtschaftlichkeit auf der Baustelle
Der Verbrauch von Bodenausgleichsmasse hängt von der erforderlichen Schichtdicke ab. Als Faustregel gilt: Pro Millimeter Schichtdicke und Quadratmeter benötigen Sie etwa 1,5 bis 1,8 kg Trockenmasse. Bei 10 mm Ausgleich auf 100 m² sind das 150 bis 180 kg Material. Kalkulieren Sie immer 10 bis 15 % Reserve für Unebenheiten und Verschnitt ein.
Schnelle Erhärtung spart Bauzeit, kostet aber oft etwas mehr pro Sack. Rechnen Sie durch, ob der Zeitgewinn die Mehrkosten aufwiegt – gerade bei Terminprojekten oder wenn teure Folgegewerke warten. Tipp: Bestellen Sie Material projektweise, damit Sie keine angebrochenen Säcke lagern müssen, die durch Feuchtigkeit verklumpen.
Nachhaltigkeit und Bauchemie: Worauf achten Sie bei der Produktwahl?
Die Bauchemie entwickelt sich in Richtung emissionsarmer Formulierungen und reduzierten Zementanteils. Einige Hersteller setzen bereits auf Rezyklate oder Sekundärrohstoffe, um den CO₂-Fußabdruck zu senken. Für Sie als Verarbeiter ist entscheidend: Achten Sie auf Emissionsklassen und VOC-Werte, vor allem in Innenräumen. Produkte mit Emicode EC1 oder EC1 Plus sind besonders emissionsarm und sichern Ihnen Aufträge in sensiblen Bereichen wie Schulen oder Kliniken.
Auch die Entsorgung ist ein Thema: Lassen Sie keine Reste im Kübel aushärten und entsorgen Sie Verpackungen fachgerecht. Informieren Sie sich über regionale Recyclinghöfe, die Baustoffreste annehmen.
Praxis-Tipps: Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Zu spätes Glätten: Wenn die Masse schon anzieht, entstehen Schlieren und Unebenheiten. Arbeiten Sie zügig und zu zweit bei größeren Flächen.
- Fehlende Randdämmstreifen: Ohne Dämmstreifen überträgt sich Trittschall, und es können Risse an den Wandanschlüssen entstehen.
- Untergrund nicht abgesaugt: Staubpartikel verhindern die Haftung der Grundierung – die Ausgleichsmasse löst sich später ab.
- Zu frühe Belegung: Gerade bei Parkett führt Restfeuchte zu Quellungen und Fugenbildung. Messen Sie immer, statt auf Gefühl zu setzen.
Was bedeutet das Update für Ihre Projekte?
Das aktualisierte Portfolio von PCI Augsburg gibt Ihnen mehr Auswahl bei der Untergrundvorbereitung. Ob Sie schnelle Trocknungszeiten für Zeitdruck-Projekte brauchen oder flexible Massen für kritische Untergründe – entscheidend ist, dass Sie das Datenblatt lesen und die Verarbeitungshinweise einhalten. Weitere Informationen zu verwandten Themen finden Sie in unserem Artikel PCI Augsburg erweitert Ausgleichsmassen-Portfolio sowie in unserem Beitrag Hartschaumträgerelement von PCI: Dämmen beim Fliesenbelag?.
Planen Sie Materialverbrauch und Standzeiten realistisch, messen Sie die Restfeuchte und achten Sie auf emissionsarme Produkte. So sichern Sie sich nicht nur technisch einwandfreie Ergebnisse, sondern auch zufriedene Auftraggeber und Folgeaufträge.