Yanmar bringt mit dem C30R-3 und C50R-5 zwei neue Kettendumper auf den Markt. Die Maschinen richten sich gezielt an kleine und mittlere Baustellen, wo klassische Radlader an ihre Grenzen stoßen. Der Clou: Beide Modelle lassen sich modular ausstatten – vom Basis-Dumper bis zum vollvernetzten Spezialgerät für Erdbewegung und Recycling.
C30R-3 und C50R-5: Technische Eckdaten im Überblick
Der C30R-3 ist das kleinere Modell mit 3 Tonnen Nutzlast. Er wiegt rund 4,5 Tonnen im Einsatz und erreicht eine Fahrgeschwindigkeit von 6 km/h. Das Raupenfahrwerk sorgt für niedrigen Bodendruck – ideal für weiche Untergründe oder Hanglagen. Die Mulde fasst 1,8 Kubikmeter. Antrieb ist ein Yanmar-Dieselmotor mit 35 PS, der die aktuelle Abgasstufe erfüllt.
Der C50R-5 setzt eine Klasse höher an: 5 Tonnen Nutzlast, 6,8 Tonnen Einsatzgewicht, 2,5 Kubikmeter Muldenvolumen. Der Motor leistet 48 PS. Beide Maschinen fahren mit hydrostatischem Antrieb, die Fahrhebelsteuerung ist serienmäßig.
Modulares Konzept: Von Basismaschine bis IoT-Variante
Yanmar setzt bei beiden Dumper-Modellen auf ein Baukastenprinzip. Der Kunde kann zwischen drei Ausstattungslinien wählen: Basic, Comfort und Premium. In der Basic-Version gibt es manuelle Bedienung, mechanische Kippmulde und Standard-Hydraulik. Comfort bringt eine beheizte Kabine mit ROPS-Zertifizierung, verstellbare Sitze und ein digitales Display für Betriebsdaten.
Die Premium-Variante ergänzt ein Telematik-System, das Betriebsstunden, Kraftstoffverbrauch und GPS-Position in Echtzeit an die Flottensteuerung sendet. Wer mehrere Maschinen parallel steuert, kann so Standzeiten minimieren und Wartungsintervalle präzise planen. Das System ist kompatibel mit gängigen Flottenmanagement-Tools.
Ein weiterer Pluspunkt: Beide Dumper lassen sich mit unterschiedlichen Muldentypen ausstatten. Neben der Standard-Kippmulde bietet Yanmar eine verstärkte Variante für Recycling-Material und eine Hochseitenmulde für leichtes Schüttgut. Der Wechsel dauert laut Hersteller rund 20 Minuten und benötigt kein Spezialwerkzeug.
Einsatzgebiete: Wo die Kettendumper Radlader schlagen
Kettendumper spielen ihre Stärken dort aus, wo Radlader nicht mehr fahren können. Das betrifft vor allem steile Böschungen, matschige Baugruben und enge Innenstadtbaustellen. Der niedrige Bodendruck schont empfindliche Untergründe – wichtig bei Landschaftsbau oder Sanierungen. Die Steigfähigkeit beider Yanmar-Modelle liegt bei 30 Grad.
Im Tiefbau erleichtern die Maschinen den Materialtransport aus Baugruben. Im Recycling transportieren sie Bauschutt oder Grünschnitt zu Brechanlagen oder Sieben. Auch auf Deponien sind Kettendumper gefragt, weil sie auch bei Nässe sicher fahren. Die Betriebskosten liegen laut Yanmar bei rund 25 Euro pro Betriebsstunde – inklusive Kraftstoff, Wartung und Verschleiß.
Vergleich mit Kubota KC250HR-5 und Takeuchi TCR50
Auf dem Markt für Kompakt-Kettendumper trifft Yanmar vor allem auf Kubota und Takeuchi. Der Kubota KC250HR-5 entspricht mit 2,5 Tonnen Nutzlast und 4,2 Tonnen Einsatzgewicht in etwa dem Yanmar C30R-3. Er kostet in der Basisversion rund 42.000 Euro netto. Der Yanmar C30R-3 wird voraussichtlich bei 39.000 Euro starten – ein Preisvorteil von rund 7 Prozent.
Der Takeuchi TCR50 wiegt 6,5 Tonnen und bietet 5 Tonnen Nutzlast – direkte Konkurrenz zum C50R-5. Takeuchi setzt auf einen Yanmar-Motor mit 47 PS und ein etwas breiteres Fahrwerk für bessere Standfestigkeit. Der Listenpreis liegt bei etwa 58.000 Euro. Yanmar kalkuliert den C50R-5 bei rund 54.000 Euro ein, also gut 6 Prozent günstiger. Allerdings fehlen bei diesen Preisen noch Details zur Serienausstattung – endgültige Vergleiche lassen sich erst nach Marktstart im zweiten Quartal 2025 ziehen.
Wartung und Betriebskosten: Was Flottenbetreiber wissen müssen
Beide Yanmar-Modelle sind auf 500 Betriebsstunden bis zum ersten Service ausgelegt. Der Ölwechsel kostet laut Hersteller rund 180 Euro, Filter und Schmierstoffe eingerechnet. Das hydrostatische Getriebe benötigt alle 1.000 Stunden einen Ölwechsel, Kosten etwa 320 Euro. Die Gleisketten halten je nach Untergrund zwischen 1.500 und 2.500 Betriebsstunden.
Der Kraftstoffverbrauch liegt beim C30R-3 bei 4,2 Litern Diesel pro Stunde unter Volllast, der C50R-5 schluckt 5,8 Liter. Im Vergleich zu einem 5-Tonnen-Radlader bedeutet das bei gleicher Nutzlast etwa 15 Prozent weniger Verbrauch, weil die Maschinen leichter sind und kein Lenkhydrauliksystem antreiben.
Die Amortisationsrechnung hängt stark vom Einsatzprofil ab. Wer den Dumper täglich 6 Stunden unter Volllast fährt, erreicht bei 220 Arbeitstagen im Jahr etwa 1.300 Betriebsstunden. Bei den genannten Betriebskosten von 25 Euro pro Stunde summiert sich das auf 32.500 Euro pro Jahr. Anschaffungskosten von 54.000 Euro für den C50R-5 wären damit nach rund 1,7 Jahren eingefahren – vorausgesetzt, die Maschine ersetzt teurere Alternativen oder reduziert Standzeiten.
Marktpositionierung: Wie Yanmar gegen die Großen antritt
Yanmar ist im Kompaktmaschinen-Segment vor allem als Motorenlieferant bekannt. Viele Hersteller – darunter Takeuchi, Wacker Neuson und kleinere Marken – verbauen Yanmar-Diesel. Mit eigenen Komplettmaschinen will das Unternehmen nun stärker als Systemanbieter auftreten.
Die Strategie: Preislich knapp unter den etablierten Marken positionieren, technisch aber gleichziehen. Das Telematik-System ist ein Vorteil gegenüber älteren Konkurrenzmodellen, die oft nur gegen Aufpreis mit IoT-Anbindung zu haben sind. Allerdings muss Yanmar erst ein Servicenetz in Europa aufbauen. Händler berichten von langen Lieferzeiten für Ersatzteile – ein Risiko bei Maschinen, die im Dauereinsatz stehen.
Für Bauunternehmer mit gemischtem Fuhrpark sind die neuen Kettendumper eine Option, wenn Erdbewegung auf schwierigem Gelände anfällt. Wer bereits Yanmar-Motoren in anderen Maschinen nutzt, kann Synergien bei Wartung und Ersatzteilhaltung nutzen. Für reine Flottenbetreiber bleibt abzuwarten, wie sich die Maschinen im Dauerbetrieb bewähren – erste Praxistests laufen derzeit in Skandinavien und Großbritannien.
Mehr Informationen zu den neuen Modellen gibt es auf der Yanmar-Website.






