Bewehrungsstahl nach DIN 488 ist ein Stahlprodukt zur Bewehrung von Stahlbeton mit standardisierten mechanischen Eigenschaften. Er wird nach der deutschen Norm DIN 488-1 hergestellt und erfüllt strikte Anforderungen an Festigkeit, Verformbarkeit und Dauerhaftigkeit.
Güteклassen und Festigkeitseigenschaften
Die Norm definiert mehrere Güteклassen, die sich primär nach ihrer Streckgrenze unterscheiden. Die in Deutschland am häufigsten verwendete Klasse ist BSt 500 S mit einer charakteristischen Streckgrenze von mindestens 500 N/mm² und einer Zugfestigkeit von 540–680 N/mm². Weitere Klassen sind BSt 500 M und BSt 500 A, die unterschiedliche Verformungsfähigkeiten bieten. Die Klasse BSt 420 S kommt in älteren Projekten vor. Alle Klassen erfordern eine Bruchdehnung von mindestens 5 % für BSt 500 S und höhere Werte für die Klassen mit nachgestelltem Buchstaben M oder A.
Oberflächenbeschaffenheit und Geometrie
DIN 488 unterscheidet zwischen Stäben mit Rippung (Durchmesser 6–40 mm) und glattflächigen Stäben (Durchmesser 6–12 mm). Die Rippung verbessert die Verbundfestigkeit mit dem Beton erheblich und ist daher bei modernen Stahlbetonkonstruktionen Standard. Die zulässigen Abmaße und Massetoleranzen sind normativ festgelegt, was eine kalkulierbare Verarbeitung ermöglicht.
Dauerhafte Eigenschaften und Korrosionsschutz
Der Stahl muss hohe Anforderungen an Korrosionsbeständigkeit erfüllen, besonders in aggressiven Umgebungen. DIN 488 schreibt vor, dass der Bewehrungsstahl in der Regel unlegiert ist, aber hochwertige Stahlchargen mit definierten Reinheitsgraden erfordert. Chloridgehalte und Phosphorgehalte sind begrenzt. Für Expositionsklassen wie C4 und XS können Stähle mit verbessertem Korrosionsschutz durch Legierungselemente (z. B. Kupfer, Chrom) spezifiziert werden.
Prüfung und Dokumentation
Produzenten müssen umfangreiche Abnahmeprüfungen durchführen, deren Ergebnisse durch Inspektionsberichte dokumentiert werden. Dies umfasst Zugversuche (Streckgrenze, Zugfestigkeit, Bruchdehnung), Biegeversuche und Kaltbiegeversuche zur Sicherung der Verformungsfähigkeit. Die Chargenrückverfolgbarkeit ist obligatorisch und erfolgt über Stahlmarken oder Begleitdokumente.
Lagerung und Verarbeitung
Bewehrungsstahl muss trocken und vor Korrosion geschützt gelagert werden. Oberflächenrost oder leichte Oxidation beeinträchtigen die Eignung nicht, solange die Haftung intakt bleibt. Beim Biegen und Verarbeiten sind die Mindestbiegeradien je nach Durchmesser und Güteклasse einzuhalten (typisch: 8–15 × Stabdurchmesser), um Rissbildung zu vermeiden.