Fayat-Gruppe startet Dekarbonisierungs-Initiative - Auswirkungen auf Baumaschinenbranche

Die französische Fayat-Gruppe hat Ende 2022 eine umfassende Dekarbonisierungsstrategie lanciert, die das gesamte Unternehmen und alle Geschäftsbereiche einschließt. Diese Initiative könnte wegweisend für die Baumaschinenbranche werden, die unter enormem Druck steht, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren.

Gruppenweit koordinierte Klimastrategie

Die Fayat-Gruppe, zu der Baumaschinenhersteller wie Mecalac, Bomag und Dynapac gehören, hat ein eigenes Decarbonization Strategy Department eingerichtet. Diese Abteilung arbeitet täglich mit allen Unternehmensbereichen zusammen und koordiniert über spezielle Dekarbonisierungs-Beauftragte die Umsetzung klimafreundlicher Lösungen.

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die vollständige Bewertung des CO2-Fußabdrucks der gesamten Wertschöpfungskette. Die ersten Ergebnisse dieser umfassenden Analyse lagen bereits Ende 2023 vor und bilden die Grundlage für konkrete Emissionsreduktionsziele und Aktionspläne.

Innovative Ansätze in der Asphaltproduktion

Besonders fortschrittlich zeigt sich die Fayat-Tochter Ermont im Bereich der Asphalt-Technologie. Wie Thierry De Sars, Entwicklungs- und Kommunikationsdirektor bei Ermont, erläutert, entstehen bei der Produktion einer Tonne Heißasphalt etwa die Hälfte der Treibhausgasemissionen durch die Rohstoffe, die andere Hälfte durch den Energieverbrauch.

Recycling und mobile Lösungen

Das Unternehmen setzt dabei auf mehrere innovative Ansätze:

  • Recycling-Technologie: Entwicklung von Anlagen, die bis zu 100 Prozent recycelten Asphalt verarbeiten können
  • Mobile Anlagen: Aufbau mobiler Produktionsstandorte nahe den Baustellen zur Reduzierung transportbedingter Emissionen
  • Alternative Mischverfahren: Kombination aus warmen, halbwarmen und kaltgemischten Asphalten
  • Elektrifizierung: Einsatz von Strom zum Wiederaufheizen von Bindemitteln

Elektrifizierung der Baumaschinenflotte

Auch im Bereich der Baumaschinen treibt Fayat die Elektrifizierung voran. Bomag hat mit der e-Performance-Serie bereits elektrische Walzen und Verdichtungsgeräte im Portfolio. Diese emissionsfreien Maschinen setzen auf moderne Batterie-Technologie und bieten eine Alternative zu herkömmlichen dieselbetriebenen Geräten.

Digitalisierung als Enabler

Dynapac entwickelt parallel dazu intelligente Technologien wie die Seismic-Technologie, die durch präzise Messung und Digitalisierung der Verdichtungsprozesse zu effizienteren und damit umweltfreundlicheren Arbeitsabläufen führt.

Wirtschaftlicher Druck als Treiber

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Dekarbonisierung ist laut Fayat die wirtschaftliche Rentabilität. Kunden suchen aktiv nach Lösungen zur Kostensenkung durch reduzierten Materialverbrauch und niedrigeren Energiebedarf. Diese Entwicklung, die bereits in den 1980er Jahren in Nordeuropa begann, breitet sich nun global aus.

Die Initiative der Fayat-Gruppe zeigt, wie traditionelle Baumaschinenhersteller den Wandel hin zu nachhaltigen Technologien aktiv gestalten können. Mit ihrer dezentralen Struktur, die den Tochterunternehmen Autonomie bei der Entwicklung lokaler Lösungen gewährt, und der gleichzeitigen zentralen Koordination der Dekarbonisierungsstrategie könnte das Unternehmen zum Vorbild für die gesamte Branche werden.