Der Holzwerkstoffhersteller Egger erweitert sein digitales Angebot im Bereich Planung und Visualisierung. Für Architekten, Innenarchitekten und Handwerker stehen offenbar neue oder aktualisierte Tools bereit. Mit diesem Schritt folgt Egger einem Trend, dem viele Baustoffhersteller folgen: Sie versuchen, früher in den Planungsprozess einzugreifen – lange bevor die erste Bestellung ausgelöst wird.
Warum investieren Baustoffhersteller in digitale Planungstools? Die Investition verfolgt mehrere strategische Ziele: Wer digitale Planungswerkzeuge anbietet, bindet Architekten und Planer früh an die eigenen Produkte. In dieser frühen Entwurfsphase sind Entscheidungen noch flexibel – später sind sie gefestigt. Zudem reduzieren strukturierte Produktdaten und technische Informationen den Aufwand für Rückfragen und beschleunigen Ausschreibungen. In einem Markt, in dem Holzwerkstoffe zunehmend austauschbar wirken, schafft digitaler Service einen Mehrwert, der über Preis und Lieferzeit hinausgeht.
Wie verändert das die Wettbewerbslandschaft? Die Digitalisierung von Planungstools ist kein Egger-Alleingang. Auch andere Holzwerkstoff-Produzenten bauen ihre digitalen Ökosysteme aus. Der Wettbewerb verschiebt sich damit von der reinen Produktqualität hin zur Integration in die digitale Prozesskette der Planer und Verarbeiter. Für kleinere Hersteller ohne IT-Budget wird das zur Herausforderung: Wer keine strukturierten Produktdaten anbietet, gerät aus dem Sichtfeld der Planer – selbst wenn die Produktqualität vergleichbar ist.
Was bedeutet das für die Praxis? Wenn Hersteller wie Egger technische Daten strukturiert bereitstellen, lassen sich Materiallisten schneller erstellen und Verarbeitungshinweise direkt abrufen. Das spart Zeit im Planungsprozess und auf der Baustelle – gerade bei komplexen Projekten.
Der Trend zur Digitalisierung im Baustoffsektor wird sich verstärken. Wer heute lernt, wie man digitale Tools und Produktdaten effizient nutzt, gewinnt in der Planung und Ausführung Zeit und Sicherheit.


