Beton ist anfällig für Schäden durch verschiedene Einflüsse. Injektionssysteme und Sanierungsmörtel bilden ein Kernsortiment für die professionelle Betoninstandsetzung. Sie dienen dazu, Risse zu verfüllen, Hohlräume zu schließen und die Tragfähigkeit geschädigter Bauteile wiederherzustellen.
Injektionssysteme bestehen aus fließfähigen Mörteln oder Harzen, die unter Druck in Risse oder Hohlräume eingebracht werden. Schnell abbindende Mörtel zur Injektion von Rissen oder Hohlräumen in Betondeckbelägen gehören zu den wichtigsten Produktgruppen. Sie härten zügig aus und stellen die Verbundwirkung zwischen den Rissflanken wieder her.
Injektionssysteme kommen vor allem dort zum Einsatz, wo oberflächliches Spachteln oder Verfugen nicht ausreicht: Trennende Risse in tragenden Bauteilen wie Stützen, Balken oder Pfeilern, Hohlräume hinter Betonoberflächen etwa durch unvollständige Verdichtung, Verankerungsbereiche von Dübeln oder Ankerschienen sowie Unterwasser-Instandsetzungen bei Brückenpfeilern oder Schleusenanlagen. Die Injektion erfolgt über Packer oder Bohrlöcher. Pumpbare Systeme lassen sich maschinell einbringen und erreichen so auch schwer zugängliche Bereiche.
Reparaturmörtel sind pastöse oder fließfähige Mörtel auf Zementbasis, die zur Wiederherstellung von Betonoberflächen und zur Verstärkung von Bauteilen eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich in Verarbeitungskonsistenz, Schichtdicke und Anwendungsbereich: Vertikale und Überkopf-Anwendungen erfordern standfeste Mörtel mit kurzer Standzeit. Horizontale Anwendungen wie Fundamente oder Bodenplatten lassen sich mit fließfähigen Mörteln oder selbstverlaufenden Systemen schneller bearbeiten. Für Fugen, Betonfundamente, Pfeiler und Säulen sind Reparaturmörtel mit hoher Druckfestigkeit und guter Haftung auf Altbeton entscheidend.
Die Verarbeitung von Injektionssystemen erfordert sorgfältige Vorbereitung: Risse müssen freigelegt, gesäubert und von losen Bestandteilen befreit werden. Bei oberflächlichen Rissen empfiehlt sich das Aufweiten der Rissflanken, damit das Injektionsmaterial ausreichend Haftfläche findet. Stahlbeton mit freiliegender Bewehrung verlangt zusätzlich eine Korrosionsschutzbehandlung. Hohlräume müssen vor der Injektion trocken oder nur leicht feucht sein, damit die Haftung nicht beeinträchtigt wird. Schnell abbindende Systeme bieten nur wenige Minuten Verarbeitungszeit. Injektionsharze auf Epoxidbasis haben längere Topfzeiten, härten aber langsamer aus.
Dokumentieren Sie vor der Injektion die Rissverläufe und protokollieren Sie Mischverhältnis, Verarbeitungstemperatur und Aushärtezeit. So sichern Sie die Nachvollziehbarkeit der Instandsetzung.
