Frischbeton ist ein Zweiphasensystem, dessen Verformungsverhalten von der Mörtelmatrix und dem Grobzuschlag abhängt. Die Rheologie liefert physikalisch definierbare Kennwerte für das Verformungsverhalten durch Messmethoden.
In Rotationsrheometern wird das Fließverhalten von Zementleim und Mörtel untersucht. Dabei werden Fliesskurven und Viskositätswerte erfasst, die von mehreren Faktoren abhängen: vom Wasserzementwert, von der Mahlfeinheit, von Verzögererzusätzen und von der Zeit nach dem Anmischen.
Zementleim mit Quarzmehlzuschlag zeigt veränderte Fließeigenschaften. Quarzmehl-Suspensionen weisen im Vergleich zu reinem Zementleim und Mörteln unterschiedliche Fliesskurven auf. Die Partikelgröße und Kornform beeinflussen die Wechselwirkungen zwischen den Partikeln und damit das Fließverhalten des Gesamtsystems.
Die rheologischen Untersuchungen ermöglichen eine quantitative Charakterisierung des Materialverhaltens durch Fliesskurven und Viskositätswerte. Die funktionellen Zusammenhänge zwischen Schubspannung, Scherrate und Materialzusammensetzung lassen sich mathematisch beschreiben und darstellen.
Rheometrische Verfahren bieten eine präzisere Charakterisierung als empirische Konsistenzprüfungen und ermöglichen es, das Fließverhalten von Frischbeton und Mörtel gezielt zu untersuchen und zu optimieren.
