Wenn Sie im Außenbereich Pflaster- oder Plattenflächen verlegen und eine direkte Versickerung von Niederschlägen planen, reicht es nicht, nur wasserdurchlässige Oberbeläge oder Fugen zu wählen. Auch das Belagsbett darunter muss drainagefähig sein. Hier kommen Drainmörtel und Dränbeton zum Einsatz – speziell entwickelte Baustoffe, die hohe Wasserdurchlässigkeit mit ausreichender Tragfähigkeit kombinieren. Diese Materialien helfen Ihnen, Frostschäden zu vermeiden und tragen zur Flächenentsiegelung bei.
Was unterscheidet Drainmörtel von Dränbeton?
Mörtel definiert sich über Gesteinskörnungen bis maximal 4 mm Korngröße, bei größeren Körnern spricht man von Beton. Drainmörtel setzt auf Korngrößen an der Obergrenze – üblicherweise zwischen 3 und 4 mm – und erreicht dadurch eine hohe Wasserdurchlässigkeit. Holcim beschreibt Dränbeton als haufwerksporigen, wasserdurchlässigen Beton mit einem von außen zugänglichen Hohlraumgehalt von mindestens 15 Vol.-%. Dieser offenporige Aufbau ermöglicht die zuverlässige Abführung von Niederschlagswasser.
Beide Materialien enthalten Zement als Bindemittel sowie weitere Zusätze und Zuschlagstoffe. Die Eigenschaft der Wasserdurchlässigkeit hängt im Wesentlichen aber mit den verwendeten Gesteinskörnungen zusammen. Dränbeton wird meist als Einkornbeton mit Körnungen 2/4, 2/8 oder 5/8 mm hergestellt.
Welche Eigenschaften bieten drainagefähige Systeme?
Dränbeton erreicht eine Wasserdurchlässigkeit von mindestens kf ≥ 5 · 10⁻⁵ m/s zur Oberflächenentwässerung. Gleichzeitig sind Druckfestigkeitsklassen bis C30/37 sowie hoher Frost-Tausalz-Widerstand möglich. Der Wartungsaufwand beschränkt sich auf regelmäßige Reinigung, um die Versickerungsleistung dauerhaft zu erhalten. Ein weiterer Vorteil: Der offenporige Aufbau reduziert Rollgeräusche durch Aufnahme von Luftschall bei Reifen-Fahrbahn-Kontakt.
Drainmörtel eignet sich für typische Anwendungsbereiche wie private Terrassen, Gartenwege oder öffentliche Fußgängerzonen. Auch für gelegentlichen Pkw-Verkehr – etwa vor Garagen oder auf privaten Parkplätzen – ist das Material tragfähig genug. Für stark befahrene Flächen oder den Schwerlastbereich eignet sich das wasserdurchlässige Material dagegen nicht.
Wie bauen Sie versickerungsfähige Flächen richtig auf?
Wenn Niederschläge direkt dort versickern sollen, wo sie auf den Boden treffen, müssen auch die Tragschichten unter dem Mörtel drainfähig sein. Sie verwenden dafür üblicherweise lose Schüttgüter. Hersteller empfehlen unter Drain- und Verlegemörtel eine verdichtete Tragschicht aus Kies-Schotter. Diese sichert nicht nur den Wasserdurchgang, sondern dient auch als Frostschutzschicht. Zwischen den losen Gesteinskörnungen gibt es ausreichend Hohlräume, sodass gefrorenes Wasser im Boden nicht zu Frostschäden wie Absackungen führt.
Die Verarbeitung gehört zu den gebundenen Bauweisen: Der Oberbelag ist fest mit dem darunterliegenden Mörtelbett verbunden. Bei der Verarbeitung sollten Sie die sogenannte Schneeballprobe durchführen – der Mörtel muss sich zu einem Ball formen lassen, ohne dass Wasser herausläuft oder der Mörtel zerfällt.
Was gilt für Balkone und Dachterrassen?
Bei der Plattenverlegung auf Balkonen oder Dachterrassen sind schwere Schüttgüterschichten aus statischen Gründen keine Option. Sie sind dort auch unnötig, da weder Bodenfrost droht noch Wasser in den Untergrund versickern kann. Trotzdem verwenden Sie Drainmörtel auch auf Balkonen und Dachterrassen – Sie müssen dann nur die Entwässerung sicherstellen. Dies geschieht häufig, indem der Mörtel auf Drainagematten verlegt wird.
Drainmörtel lässt sich neben Naturstein- und Betonstein-Pflaster meist auch zum Verlegen von Keramikfliesen im Außenbereich verwenden. Sinnvoll ist der Einsatz allerdings nur bei entsiegelten Flächen – wenn also die Baustoffe an der Oberfläche und/oder die Fugen ebenfalls wasserdurchlässig sind.
Praxis-Take-away: Worauf Sie bei der Verlegung achten sollten
- Prüfen Sie die gesamte Schichtfolge: Oberbelag, Fugen, Mörtelbett und Tragschicht müssen drainfähig sein
- Verwenden Sie für die Tragschicht verdichteten Kies-Schotter als Frostschutzschicht
- Führen Sie die Schneeballprobe durch: Der Mörtel muss formbar sein, ohne Wasser abzugeben
- Planen Sie regelmäßige Reinigung ein, um die Versickerungsleistung langfristig zu erhalten
- Beachten Sie die Belastungsgrenzen: Für Schwerlastverkehr sind diese Systeme nicht geeignet
Versickerungsfähige Systeme mit Drainmörtel und Dränbeton leisten einen wichtigen Beitrag zur Flächenentsiegelung und zum nachhaltigen Regenwassermanagement. Mit der richtigen Materialwahl und fachgerechter Verarbeitung schaffen Sie dauerhafte, wartungsarme Außenflächen, die Niederschlagswasser zuverlässig ableiten.
