Holcim beteiligt sich am Technologieunternehmen 44.01. Dessen Verfahren presst abgeschiedenes Kohlendioxid in natürlich reaktive ultramafische Gesteinsformationen, wo es zu stabilem Karbonatgestein mineralisiert. Das Kapital soll 44.01 beim Hochskalieren und bei der internationalen Ausweitung helfen. Die Mitteilung datiert vom 4. November 2026, Sitz des Konzerns ist Zug.
Pilotbetrieb seit Juli in Fujairah
Neu ist die Zusammenarbeit nicht. Seit Juli betreiben beide Unternehmen im Zementwerk Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Pilotprojekt unter industriellen Bedingungen. Dort wird nach Angaben von Holcim bereits CO₂ unterirdisch eingelagert und in festes Gestein umgewandelt. Die Beteiligung ist damit der nächste Schritt einer bestehenden Geschäftsbeziehung, nicht deren Anfang.
Warum das für Zementwerke im Binnenland zählt
Ram Muthu, Head of Operational Excellence bei Holcim, nennt den Grund für das Interesse: Die Technologie erlaube die Speicherung nahe am Produktionsort, sofern die geologischen Voraussetzungen stimmen. Damit lasse sich abgeschiedener Kohlenstoff auch an Standorten im Landesinneren bewirtschaften, an denen der Zugang zu Offshore-Speichern begrenzt sei. Genau dort liegt das praktische Problem der Zementindustrie: Abscheidung ist das eine, der Transport zu einer Senke das andere.
Wer sonst noch investiert ist
Zu den weiteren Kapitalgebern von 44.01 zählen nach Angaben von Holcim Breakthrough Energy Ventures, Equinor Ventures, Air Liquide Venture Capital und Siemens Financial Services. Holcim selbst hat die Beteiligung über Holcim MAQER Ventures getätigt, die konzerneigene Einheit für Wagniskapital und offene Innovation. Nach eigenen Angaben kommt der Konzern damit auf 22 Beteiligungen, die Investition ordnet sich in die Strategie NextGen Growth 2030 ein.
Holcim erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 15,7 Milliarden Franken und beschäftigt über 50.000 Menschen in 45 Ländern.
Quelle: Medienmitteilung der Holcim Ltd vom 4. November 2026, veröffentlicht unter holcim.com.
